Tübingen

CSR-Gesprächsabend im Tübinger Caritas-Zentrum

Lokal sozial: Macht Engagement glücklich?

Unter dem Motto "Lokal sozial: Macht Engagement glücklich?" luden das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft und die Caritas in Baden-Württemberg in Kooperation mit der Caritas Schwarzwald-Gäu am 11. Juli 2013 zu einer offenen Dialogveranstaltung ein. Gemeinsam mit knapp 30 Unternehmensvertretern wurde unter Leitung der Moderatorin Barbara Deifel-Vogelmann diskutiert, welche Motive und gute Gründe es für lokales unternehmerisches Engagement gibt.

„Solche regionalen CSR-Veranstaltungen sind außerordentlich wichtig, um den CSR-Gedanken in die Breite der Unternehmen des Landes zu tragen“, betonte Günther Schmid, Regierungsdirektor des Finanz- und Wirtschaftsministeriums. „Außerdem bietet der Austausch von Unternehmen und Verantwortlichen sozialer Partner konkrete Ansatzpunkte für neue Projekte“, erklärte er weiter. Bei strahlendem Sonnenschein kam es im Garten des Caritaszentrum Tübingen zu einem lebhaften und intensiven Gedankenaustausch von Unternehmern und Sozialpartnern. Beim abendlichen Ausklang wurden die Gespräche vertieft – untermalt von Peter Weiß, der auf seiner Quetschkommode französische Chanson-Lieder spielte. „Vor allem wurde klar, wie sehr die Unternehmensvertreter für ihr soziales Engagement brennen“, erklärte Silvia Hall, Regionalleiterin der Caritas Schwarzwald-Gäu, „genau diese authentische Haltung ist es, die dann auch wieder positiv auf die Unternehmen zurückfällt“.

Der regionale CSR-Abend war Teil der landesweiten Veranstaltungsreihe zum Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in Baden-Württemberg (Lea: Leistung-Engagement-Anerkennung). In den vergangen sieben Jahren haben sich bei insgesamt über 1400 Bewerbungen mehr als 1000 Unternehmen aus Baden-Württemberg für den Preis beworben und eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie erfolgreiches Unternehmertum und soziales Engagement Hand in Hand gehen.

Blitzlichter des Abends:

  • „Ich will meinen Beitrag dazu leisten, das Gefälle und die Spannungen zwischen arm und reich zu reduzieren. Hier habe ich als Unternehmer eine gesellschaftliche Verantwortung!“
  • „Wenn Sie einmal in einem Land wie Indien waren, wenn Sie einmal in einem indischen Krankenhaus waren, dann stellt sich Ihnen die Frage gar nicht mehr, ob sie sich engagieren wollen oder nicht, sie müssen es ganz einfach tun!“
  • „Ich habe längst den Eindruck, dass der Sozialstaat nicht mehr alles richten kann. Die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen kann der Staat alleine nicht mehr richten. Hier haben wir als Unternehmer einen Beitrag zu leisten. Grundlage aber ist immer: ich muss es mir leisten können; will sagen: ich muss wirtschaftlich erfolgreich sein. Nur dann kann ich mich über mein unmittelbares Geschäftsfeld hinaus engagieren.“
  • „Es ist nicht das Geld, das glücklich macht, es ist die Vision, für die man andere gewinnen und mit der man gemeinsam unterwegs sein kann.“
  • „Ich muss für eine Idee brennen, nur dann kann ich meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstecken!“
  • „Im Konkurrenzkampf um qualifizierte Mitarbeiter, die zu uns passen, ist mein soziales Engagement ein Pluspunkt, davon bin ich überzeugt. Aber wenn soziales Engagement lediglich "ein Äußeres",  ein Feigenblatt bleibt, wird das nicht funktionieren. Es ist unglaubwürdig und die Mitarbeiter sind die ersten, die dies entlarven werden. Es muss "aus der Mitte des Unternehmens" kommen, muss Teil der Unternehmenskultur werden, nur dann greift es und kann Kreise ziehen.“
  • „Der Mensch ist ein soziales Wesen und es liegt in ihm, den Schwächeren zu helfen. Es nützt mir nichts, wenn ich von meinem Sitz im Bus aufstehe und den Platz räume für eine alte Dame. Aber es fühlt sich richtig gut an!“


Hier haben Sie die Möglichkeit den Pressetext herunterzuladen.

IMPRESSIONEN DER VERANSTALTUNG

Die Caritas-Regionalleiterin Silvia Hall im Gespräch mit den Gästen

Angeregt wurde über die Frage diskutiert, ob soziales Engagement glücklich macht